Wettbewerb "Kinder zum Olymp"
 
Teilnahme am Wettbewerb der Kulturstiftung der Länder 
Kinder zum Olymp 2006
 
Projektbericht 

Kurzbeschreibung 
Im Rahmen des Projektes „Frühlings Erwachen in der Schule“ fanden folgende Aktivitäten statt: Aus den zehn beteiligten Gesamtschulen aus der Stadt Aachen sowie den Kreisen Aachen und Heinsberg hat sich jeweils eine Schülergruppe aus den Jahrgängen 8-12 am Projekt beteiligt. Die Arbeit war so strukturiert, dass sich die beteiligten Lehrer/innen und jeweils eine Theaterpädagogin Ende Januar im Rahmen eines Fortbildungstages kennen gelernt und die weitere Arbeit geplant haben. Jeder Schule war ein Thema aus der Arbeitsfolie vorgegeben: Sexualität, Erziehung, Schule/Lernen, Kleidung, Aufklärung, Gründe des Scheiterns und Selbstmord sowie die Szenen „Moritz Beerdigung“ und „Melchiors Schulkonferenz“. Eine Gruppe hatte die Hauptfiguren als Thema. 
 
Vor den Osterferien fand ein erstes Arbeitstreffen mit der Theaterpädagogin, den Lehrern und der jeweiligen Schülergruppe an der eigenen Schule statt, indem sich die Beteiligten auf die heiße Projektphase nach den Osterferien vorbereiteten. 
Vom 24. bis zum 27. April arbeitete jede Gruppe an ihrem Thema und entwickelte daraus eine eigene Szene. Am 28. April reisten alle 180 Schüler/innen an die Gesamtschule Herzogenrath, um an einem von den Theaterpädagoginnen ausgesuchten Aufführungsort ihre „Bühne“ zu errichten. Es folgte ein gemeinsamer Probendurchlauf. Nach einem gemeinsamen Abendessen der Übernachtungsgruppen wurde Sport getrieben oder gespielt. Samstags fanden bis 16.00 Uhr nochmals Einzelproben nach Bedarf statt. 
Um 17.30 Uhr begann die Aufführung. Jeweils 50 Zuschauer wurden im halbstündigen Rhythmus von Station zu Station geführt. Die Gruppe der Hauptfiguren holte die Gäste im Theatercafé ab und „spielte“ beim Gang durch die Schule kurze Zwischenszenen um die Zuschauer auf das kommende Thema vorzubereiten und einzustimmen. Insgesamt haben ca. 270 Zuschauer die Aufführung gesehen. Die Rückmeldungen im Theatercafé waren sehr er-mutigend. Gegen 22.00 Uhr kam es dort zu einem gemütlichen Ausklang. 

Erfahrungen und Ergebnisse 

Die Rückmeldungen der beteiligten Erwachsenen wie auch der Schüler/innen waren durchweg gut. Viele Schüler/innen formulierten, dass sie durch das Projekt neue Erfahrungen gewinnen konnten, da sie bislang nicht Theater gespielt haben oder auf einer Bühne vor Zuschauern aufgetreten sind. Viele der Übungen zur Steigerung der Bühnenpräsenz seien hilfreich für mündliche Prüfungen und Vorstellungsgespräche. Viele Gruppen haben berichtet, dass sich ihr Zusammengehörigkeitsgefühl gesteigert hat. Die beteiligten Lehrer/innen äußerten sich begeistert über ihre Schüler/innen, die sie in dieser Woche von einer ganz anderen Seite kennen gelernt haben. Auch das eigentliche Ergebnis, die mehrmaligen Aufführungen am Samstagabend haben sie begeistert. Viele Kolleginnen und Kollegen konnten durch die Arbeit ihre Qualifikation in der Leitung von Schülertheatergruppen ausweiten und vertiefen (Interview mit Frau Zurborg). 

 
Kooperation/Netzwerkarbeit 

Die Zusammenarbeit der Kooperationspartner war durchweg erfolgreich. Die Zusammenarbeit mit der Theaterpädagogin und der Dramaturgin des THEATERAACHEN sowie den Technikern des Grenzlandtheaters Aachen ermöglichte eine detaillierte Vorbereitung und Organisation des Projektes. So gelang eine Aufführung auf hohem inhaltlichen und technischen Niveau. Durch die Kooperation mit dem Theaterpädagogischen Zentrum e.V. in Köln war es möglich, tatsächlich allen beteiligten Schülergruppen die kontinuierliche Zusammenarbeit mit je einer Theaterpädagogin zu sichern. Durch ihre Rolle als außerschulische Profis haben sie in kurzer Zeit einen eigenen Zugang und enges Verhältnis zu den Schüler/innen entwickelt und ernorme Fortschritte in deren Spielfähigkeit erzielt. Alle beteiligten Kooperationspartner haben mit eigenem personellen Aufwand und zusätzlichen finanziellen Beiträgen, den Erfolg des Projektes ermöglicht. 

Öffentlichkeitsarbeit/Resonanz 

Das Projekt wurde im Spielplan für den Monat März des THEATERAACHEN angekündigt. In der Woche vor der Aufführung fand in den Theaterräumen ein Pressegespräch mit Schü-ler/innen, Lehrer/innen und den Organisatoren statt. Der Bericht folgte am Donnerstag vor der Aufführung. (Zeitungsartikel 1) Montags berichteten die Aachener Zeitungen erneut von der Aufführung (Zeitungsartikel 2), die ca. 270 Gäste besuchten. 
Das Projekt ist im Wettbewerb „Kinder zum Olymp“ in die Endausscheidung gelangt, sollte einer der Preise gewonnen werden, teile ich dies mit. Zurzeit wird noch geprüft, ob eine Zusatzaufführung am Ende des Schuljahres in den Räumen der Bezirksregierung Köln stattfinden kann. Eine Dokumentation in Broschürenform ist in Arbeit und wird nach der Fertigstellung nachgereicht. 

Nachhaltigkeit, Informationen zur Zeit nach dem Projekt 

Alle Gruppen werden bis Ende des Schuljahres auch noch die Aufführung „Frühlings Erwachen“ im THEATERAACHEN besuchen, um die eigenen Ergebnisse mit dieser Inszenierung zu vergleichen. Viele Gruppen lesen im Anschluss die Lektüre im Unterricht und werden weitere eigene Arbeiten dazu gestalten bzw. auch Klausuren dazu schreiben. 
Nach dem Projekt ist vor dem Projekt: Um die Schülertheaterarbeit an den beteiligten Schulen kontinuierlich im Niveau zu steigern, ist geplant im kommenden Schuljahr ein ähnliches Theaterprojekt mit der Arbeitsfolie „Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang von Goethe durchzuführen. 
 
 

Herzogenrath, den 23. Mai 2006 
 

      Jens Klein 
(Didaktischer Leiter)