| Projektbericht
Kurzbeschreibung
Im Rahmen des Projektes „Frühlings Erwachen in der Schule“ fanden
folgende Aktivitäten statt: Aus den zehn beteiligten Gesamtschulen
aus der Stadt Aachen sowie den Kreisen Aachen und Heinsberg hat sich jeweils
eine Schülergruppe aus den Jahrgängen 8-12 am Projekt beteiligt.
Die Arbeit war so strukturiert, dass sich die beteiligten Lehrer/innen
und jeweils eine Theaterpädagogin Ende Januar im Rahmen eines Fortbildungstages
kennen gelernt und die weitere Arbeit geplant haben. Jeder Schule war ein
Thema aus der Arbeitsfolie vorgegeben: Sexualität, Erziehung, Schule/Lernen,
Kleidung, Aufklärung, Gründe des Scheiterns und Selbstmord sowie
die Szenen „Moritz Beerdigung“ und „Melchiors Schulkonferenz“. Eine Gruppe
hatte die Hauptfiguren als Thema.
Vor den Osterferien fand ein erstes Arbeitstreffen mit der Theaterpädagogin,
den Lehrern und der jeweiligen Schülergruppe an der eigenen Schule
statt, indem sich die Beteiligten auf die heiße Projektphase nach
den Osterferien vorbereiteten.
Vom 24. bis zum 27. April arbeitete jede Gruppe an ihrem Thema und
entwickelte daraus eine eigene Szene. Am 28. April reisten alle 180 Schüler/innen
an die Gesamtschule Herzogenrath, um an einem von den Theaterpädagoginnen
ausgesuchten Aufführungsort ihre „Bühne“ zu errichten. Es folgte
ein gemeinsamer Probendurchlauf. Nach einem gemeinsamen Abendessen der
Übernachtungsgruppen wurde Sport getrieben oder gespielt. Samstags
fanden bis 16.00 Uhr nochmals Einzelproben nach Bedarf statt.
Um 17.30 Uhr begann die Aufführung. Jeweils 50 Zuschauer wurden
im halbstündigen Rhythmus von Station zu Station geführt. Die
Gruppe der Hauptfiguren holte die Gäste im Theatercafé ab und
„spielte“ beim Gang durch die Schule kurze Zwischenszenen um die Zuschauer
auf das kommende Thema vorzubereiten und einzustimmen. Insgesamt haben
ca. 270 Zuschauer die Aufführung gesehen. Die Rückmeldungen im
Theatercafé waren sehr er-mutigend. Gegen 22.00 Uhr kam es dort
zu einem gemütlichen Ausklang.
Erfahrungen und Ergebnisse
Die Rückmeldungen der beteiligten Erwachsenen wie auch der Schüler/innen
waren durchweg gut. Viele Schüler/innen formulierten, dass sie durch
das Projekt neue Erfahrungen gewinnen konnten, da sie bislang nicht Theater
gespielt haben oder auf einer Bühne vor Zuschauern aufgetreten sind.
Viele der Übungen zur Steigerung der Bühnenpräsenz seien
hilfreich für mündliche Prüfungen und Vorstellungsgespräche.
Viele Gruppen haben berichtet, dass sich ihr Zusammengehörigkeitsgefühl
gesteigert hat. Die beteiligten Lehrer/innen äußerten sich begeistert
über ihre Schüler/innen, die sie in dieser Woche von einer ganz
anderen Seite kennen gelernt haben. Auch das eigentliche Ergebnis, die
mehrmaligen Aufführungen am Samstagabend haben sie begeistert. Viele
Kolleginnen und Kollegen konnten durch die Arbeit ihre Qualifikation in
der Leitung von Schülertheatergruppen ausweiten und vertiefen (Interview
mit Frau Zurborg).
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Kooperation/Netzwerkarbeit
Die Zusammenarbeit der Kooperationspartner war durchweg erfolgreich.
Die Zusammenarbeit mit der Theaterpädagogin und der Dramaturgin des
THEATERAACHEN sowie den Technikern des Grenzlandtheaters Aachen ermöglichte
eine detaillierte Vorbereitung und Organisation des Projektes. So gelang
eine Aufführung auf hohem inhaltlichen und technischen Niveau. Durch
die Kooperation mit dem Theaterpädagogischen Zentrum e.V. in Köln
war es möglich, tatsächlich allen beteiligten Schülergruppen
die kontinuierliche Zusammenarbeit mit je einer Theaterpädagogin zu
sichern. Durch ihre Rolle als außerschulische Profis haben sie in
kurzer Zeit einen eigenen Zugang und enges Verhältnis zu den Schüler/innen
entwickelt und ernorme Fortschritte in deren Spielfähigkeit erzielt.
Alle beteiligten Kooperationspartner haben mit eigenem personellen Aufwand
und zusätzlichen finanziellen Beiträgen, den Erfolg des Projektes
ermöglicht.
Öffentlichkeitsarbeit/Resonanz
Das Projekt wurde im Spielplan für den Monat März des THEATERAACHEN
angekündigt. In der Woche vor der Aufführung fand in den Theaterräumen
ein Pressegespräch mit Schü-ler/innen, Lehrer/innen und den Organisatoren
statt. Der Bericht folgte am Donnerstag vor der Aufführung. (Zeitungsartikel
1) Montags berichteten die Aachener Zeitungen erneut von der Aufführung
(Zeitungsartikel 2), die ca. 270 Gäste besuchten.
Das Projekt ist im Wettbewerb „Kinder zum Olymp“ in die Endausscheidung
gelangt, sollte einer der Preise gewonnen werden, teile ich dies mit. Zurzeit
wird noch geprüft, ob eine Zusatzaufführung am Ende des Schuljahres
in den Räumen der Bezirksregierung Köln stattfinden kann. Eine
Dokumentation in Broschürenform ist in Arbeit und wird nach der Fertigstellung
nachgereicht.
Nachhaltigkeit, Informationen zur Zeit nach dem Projekt
Alle Gruppen werden bis Ende des Schuljahres auch noch die Aufführung
„Frühlings Erwachen“ im THEATERAACHEN besuchen, um die eigenen Ergebnisse
mit dieser Inszenierung zu vergleichen. Viele Gruppen lesen im Anschluss
die Lektüre im Unterricht und werden weitere eigene Arbeiten dazu
gestalten bzw. auch Klausuren dazu schreiben.
Nach dem Projekt ist vor dem Projekt: Um die Schülertheaterarbeit
an den beteiligten Schulen kontinuierlich im Niveau zu steigern, ist geplant
im kommenden Schuljahr ein ähnliches Theaterprojekt mit der Arbeitsfolie
„Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang von Goethe durchzuführen.
Herzogenrath, den 23. Mai 2006
Jens Klein
(Didaktischer Leiter)
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